Sonntag, 21. April 2013

Der Regen

Schon 120 Leser! Let's fetz sagte der Frosch und sprang in den Mixer ;) 
Fangen wir mal mit dem Spruch zum Sonntag an: 

Wenn ein Mensch einen Wolf tötet, 
spricht man von Sport. 
Wenn ein Wolf einen Menschen tötet, 
spricht man von Grausamkeit. 



...Alice sieht kurz aus dem Fenster. "Heute ist Vollmond. Ob das was mit Sam's Verwandlung zu tun hat? Aber warum haben wir uns dann nicht verwandelt?". Fragend sieht sie mich an. Ich schüttle unwissend den Kopf und drehe mich suchend nach Ocean und Lexy um. Sie sind verschwunden. Alice folgt meinem Blick, hebt eine Augenbraue und kratzt sich am Hinterkopf, als sie die beiden jungen Wölfe nirgends entdecken kann. Plötzlich zuckt sie zusammen und hält sich den Kopf. "Was ist los?" Ich beuge mich zu ihr und packe ihren Arm. Angst macht sich in meinem Körper breit und wenn jetzt etwas passieren sollte, wüsste ich nicht was zu tun ist... Dann sackt sie zusammen und bleibt regungslos am Boden liegen. Eine Mischung aus Schweiß und Tränen läuft über ihr Gesicht. Sie jammert doch ich kann sie nicht verstehen. Ich murmele vor mich hin: "Nein. Alice! Nicht du auch noch!" Hilfe suchend schaue ich mich um und bemerke den weißen Wolf, der uns - einige Meter vor dem Fenster sitztend - beobachtet. Sam windet den Kopf interessiert hin und her. Mir ist nicht aufgefallen dass sich Alice' Haut verändert hat. Ich trete verängstigt einige Schritte zurück und sehe mit an, wie sich meine beste Freundin in eine Kreatur verwandelt. Sie bekommt eine Schnauze und ihre Ohren wandeln sich zu einer seltsamen Form. Sie windet sich hin und her und ihre menschlichen Schreie werden zu dem leisen Jaulen eines Wolfes. Nach nicht mal 5 Minuten ist die Verwandlung abgeschlossen und die vollkommen entwickelte Urform unseres jetzigen Hundes steht vor mir. 

Ihr Blick weicht nicht von mir, denn sie scheint zu wissen wer ich bin. Langsam dreht sie sich um und sieht in den Spiegel. Ihre Augen leuchten in einem wunderschönen hellgelben Ton. Dann sieht sie mich wieder an. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass wir schon seit Ewigkeiten beste Freunde sind oder ich mir alles nur einbilde, aber sie sagt mir dass ich das Fenster öffnen und mit raus kommen soll. Ich tue was sie von mir verlangt und steige wie auf Drogen durch das Fenster. Meine Sicht ist vernebelt, sodass ich an einem Dornenbusch hängen bleibe und der Länge nach auf dem Boden aufschlage. Der Schmerz lässt mich zusammenzucken doch ich kann mir eine fluchen verkneifen. Ich ziehe die Beine zu mir und begutachte den Schnitt, der direkt durch die Haut meines Schienbeins geht. Ohne zu wissen was geschieht, spüre ich einen stechenden Schmerz in der Wunde, die in sekundenschnelle verheilt. Sam und Alice stehen vor mir und schauen mich nur mit ihren großen, strahlenden Augen an. Als ich versuche aufzustehen wird mir schwarz vor Augen und ich falle wieder um. Meine Gliedmaßen schmerzen. Es fühlt sich an als würde mir jemand tausende von Nadeln durch's Fleisch stechen. Obwohl ich weggetreten bin, höre ich meine Schreie. Als ich wieder aufwache versuche ich ein weiteres mal aufzustehen, dieses mal falle ich zwar nicht mehr hin, aber ich komme gar nicht dazu mich aufzurichten. Wolf. Ich. Sam. Alice. Panisch sehe ich die beiden an. Alice legt ihren Kopf schief. "Nun bist du auch einer." Sie bewegt nicht ihre Lippen, trotzdem kann ich sie klar und deutlich verstehen. "Ich glaube ich weiß wer der Typ aus meinem Traum ist!" stelle ich überrascht fest. Als ich wieder aufgewacht bin, wusste ich es einfach. 
Sam setzt sich hin und lässt mich nicht aus den Augen. "Wir müssen ihn finden, mein Instinkt sagt mir, dass er uns hilft und wieder zu verwandeln!" Ich entgegne ihm: "Ja. Aber zuerst müssen wir Cloe, Jenny und Taylor finden!" Kaum ausgesprochen (kann man das überhaupt noch sprechen nennen?) tauchen drei weitere Wesen am Horizont auf. Ich beobachte sie und bemerke relativ schnell, dass sie zu uns laufen. Anfänglich noch etwas skeptisch, stellen wir fest dass es sich bei den Wölfen um unsere Freunde handeln! Als sie bei uns ankommen, fällt mir auf dass jeder von uns aussieht, wie der Welpe den wir mitgenommen haben. Der einzige Unterschied ist, dass wir größer und kräftiger sind und unsere Augen leuchten. Jenny ist begeistert von ihrem neuen Erscheinungsbild: "Man Leute! Wir sind wilde Tiere! Ist ja mal voll krass!" Wie eine aufgescheuchte Ente rennt sie durch die Landschaft. Ich schmunzle und trabe in die Richtung, in die mich mein Instinkt treibt. Nach Norden. Dahin, wo dieser Kerl aus meinem Traum lebt. Ich klammere mich an die Hoffnung, dass er weiß wie wir wieder normal werden... 


Der Regen prasselt auf mein Fell, das mittlerweile durchgeweicht ist und an meiner Haut klebt. Jenny läuft neben mir her. Auch wenn Wölfe nicht lächeln können, merke ich trotzdem dass sie aufgeregt und glücklich zugleich ist. Wie ein Kind an seinem ersten Schultag. Ich muss meine Augen schließen, denn der Regen ist so stark, dass ich langsam nichts mehr sehen kann. Der Wind peitscht mir ins Gesicht. Er scheint gefallen daran zu finden, 6 verlorene Gestalten durch die Prärie laufen zu sehen... 


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