Sonntag, 12. Mai 2013

Die Verwandlung


Huhu! Ich muss mich nochmal dafür entschuldigen, dass ich in der letzten Zeit ziemlich faul war und nicht mehr geschrieben hab. *Asche auf mein Haupt* Ich hoffe ihr verzeiht es mir ;)

Keine halbe Stunde später bekomm ich's doch mal auf die Reihe meine Ohren aufzumachen und Bela zuzuhören. (Na endlich!) Wir sind jetzt also wieder Wölfe und ich starre fragend zu dem jungen Mann hoch. Bevor ich auch nur etwas zu meinen Freunden "sagen" kann, steht er in seiner Wolfgestalt vor mir. Ich versuche mir nicht anmerken zu lassen, dass ich von seinen Augen fasziniert bin. Jenny ist die erste, die die grausame Stille unterbricht. "Und jetzt? Wie werden wir wieder zu Menschen? Sind wir nur ganz normale Wölfe oder können wir auch was, fliegen oder so?" Bela schmunzelt "Fliegen? Kannst du ja mal versuchen! Ich kratz dich nicht vom Boden!" Jenny gibt einen undefinierbaren Laut von sich und setzt sich, getadelt wie ein kleines Kind, auf den warmen Rasen. Nach einem kurzen Grinsen fährt er fort "Na ja. Also eigentlich ist es ganz einfach, ihr müsst euch nur vorstellen wieder als Zweibeiner durch die Welt zu laufen und schon seid ihr wieder Menschen! Und zu der Frage ob ihr normale Wölfe seid - Im Grunde genommen ja, aber vermeidet es euch reizen zu lassen! Das wird für alle Beteiligten kein gutes Ende nehmen!..."

Heute mal nur ein kurzer Teil, dafür kommen hier ein paar Bilder etc. ;)




Sonntag, 28. April 2013

Der Pfannkuchen

Hey! Danke für eure Geduld! Leider hatte ich in letzter Zeit ziemlich viel Stress und konnte deswegen nicht weiterschreiben! Aber heute, jaaa heute kommt der neue Teil ;) Viel Spaß damit!  

Taylors Gesichtausdruck lässt darauf schließen, dass sie SEHR begeistert ist. Sie starrt ihn mit offenem Mund an und ihr linkes Augenlid fängt an zu zucken. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen und Bela schaut mich ernst an. "Ja! War doch wirklich so!" nach nicht mal einer halben Sekunde fängt er schließlich auch an zu lachen und wir beide liegen auf dem Boden. Morgen steht in der Zeitung: "Jugendliche durch Lachkrampf erstickt!" Nach ein paar Minuten haben wir uns dann endlich beruhigt und ich schaue Bela an. Er versucht Taylor zu beruhigen: "Du musst natürlich keine Angst haben, da is nix gelaufen. Glaube ich. Äh ja nee ich weiß es!" dann kratzt er sich am Hinterkopf und zieht fragend eine Augenbraue nach oben. Diese Art Humor gefällt mir! "Zieht euch erstmal was an, wir fahren dann in die Stadt und kaufen euch was neues. Und später zeige ich euch, wie man sich vom Mensch zum Wolf -und umgekehrt- verwandelt, ohne nackt in der Pampas zu liegen!" Zwinkernd verschwindet er im Wald. Dann setze ich mich auf den Boden und merke an, dass sie sich doch bitte im Wohnwagen umziehen sollen... 

Eine knappe Stunde später sitzen wir auf der Ladefläche von Bela's Jeep und cruisen übers Land. Einige Wolken sind am Himmel und die Sonne brennt nicht mehr so unerträglich wie gestern! Der Wind pfeift ganz schön und wir Mädels sind die meiste Zeit damit beschäftigt unsere Haare in Zaum zu halten. Unser Fahrer blickt manchmal durch den Rückspiegel und bemerkt nur lachend ein paar junge Frauen, die aussehen, als hätten sie Krämpfe. Nach weiteren 20 Minuten sind wir dann endlich in der Stadt angekommen und steigen - ermüdet und genervt vom ständigen herumgetuckere - aus. Jenny's Augen weiten sich als sie ein Geschäft entdeckt, in dem es T-Shirts von ihren Lieblingsserien zu kaufen gibt. Sabbernd klebt sie an der Schaufensterscheibe. 

Amüsiert kauft Bela uns einige Klamotten und schlägt vor irgendwo frühstücken zu gehen. Mit schlechtem Gewissen stelle ich fest, dass wir unser ganzes Geld verloren haben als wir zum Wolf wurden, doch er entgegnet nur, dass das nicht schlimm sei und er genug von den Scheinchen habe.
Ich kann es gar nicht erwarten mich über meinen Pfannkuchen mit Schokoladencreme (man kann sich denken welche ich meine) zu stürzen und ein braunes Feld der Verwüstung zu hinterlassen! Immerhin habe ich seit ungefähr 23 Stunden NICHTS mehr gegessen und da ich es sowieso nicht aushalte mal 1 Stunde nichts zu essen, läuft mir jetzt schon bei dem Gedanken an was für die Beißerchen das Wasser im Mund zusammen! Da! Na endlich! Meine Nase folgt aufgeregt dem schokoladigen Geruch meines neuen Opfers (Täusche ich mich oder rieche ich besser als sonst?). Und als der Teller vor mir steht, weiß ich nicht was ich tun soll. Ob einfach so drauf loslegen und den Pfannkuchen in seine Einzelteile zerreißen oder gepflegt Messer und Gabel nehmen soll! Nach einigen mürrischen Blicken meiner Freunde entscheide ich mich dann doch für's Besteck. Ich glaube es hat nicht NICHTS in meinem Leben so gut geschmeckt wie dieser labbrige Mehlfladen mit brauner Pampe! 

Wieder im Dorf angekommen, sitzen wir geduldig auf einigen Holzstämmen auf einer Wiese, nicht weit vom Wohnwagen entfernt. Bela steht in der Mitte und erklärt irgendwas. Ich passe nicht wirklich auf, so fasziniert bin ich von seiner Stimme und seiner Art und Weiße wie er spricht! "Rachel, du fängst an!" Ich erschrecke und kippe fast von meinem improvisierten Hocker. "ICH?" "Ja DU!". (Mist!) Natürlich lässt mein Ego es nicht zu zuzugeben, dass ich gerade ETWAS abgelenkt war und ich stelle mich einfach neben den Lehrer und schaue ihn energisch an. "Du hast keine Ahnung was du machen sollst oder?" er schaut mich tadelnd an und antworte nur "Neiiiiin?". "Ok. Also du musst.... (Diese Augen. Diese Haare. Dieser Mund!) Verstanden?" (Schonwieder Mist!) Als er meine Ratlosigkeit bemerkt schickt er mich zurück auf meinen Platz. (Alice hat mir im Nachhinein erzählt dass er wohl leicht gelächelt hat). "Neuer Versuch, neues Glück! Sam komm mal zu mir!" ruft Professor Dreamy/Sexy (:D) meinem Kumpel zu. Dieser steht auf und murmelt irgendetwas unverständliches, plötzlich steht er in seiner Wolfgestalt vor uns. Bela grinst mich an und neckt mich: "Von wegen Männer können nicht zuhören!" Als er mir zuzwinkert muss ich mir zugestehen dass ich fast dahinschmelze.  

Altes Arschloch Liebe! 


Dienstag, 23. April 2013

Der Fremde

Ich versuche mal in ner halben Stunde mir irgendwas zusammen zureimen. Hoffe dass es funktioniert! 

Nun stehe ich also vor ihm und weiß nicht was ich tun soll. Wäre ich jetzt wohl ein Mensch, würde ich entweder in Tränen ausbrechen, mich in Grund und Boden stottern oder umfallen. Ja, umfallen wäre das realistischste, dann würde ich vielleicht auch dieser herzhaft peinlichen Situation enkommen. Er schaut mich etwas verwundert an, geht in die Knie und streckt vorsichtig die Hand nach mir aus. Beruhigend flüstert er auf mich ein und ich lasse es gewähren. Wie ferngesteuert folge ich ihm in seinen Wohnwagen und blicke mich nochmal zu den Anderen um. Alice schaut mir besorgt nach. Ich versuche ihr mit einem leichten Kopfnicken die Angst zu nehmen. Als ich bei ihm mitten im "Wohnzimmer" stehe, fängt er an zu reden. "Ich kenne dich! Du bist mir in meinen Träumen begegnet und du willst jetzt, dass ich dir und deinen Freunden helfe, wieder Mensch zu werden! Ach ja, und ich weiß von deinen Begleitern!" Etwas irritiert schaue ich ihn mit meinen großen Augen an. Ich setze mich und lausche weiter seiner sanften aber zugleich auch kräftigen Stimme. "Ihr habt vorhin den Kerl beobachtet, der bei mir geklopft hat. Er ist einer von uns. Genau wie die anderen Bewohner dieses Dorfes und ich bin der Einzige - warum auch immer - der die Gabe hat, zu lehren wie man unter den Gestalten des Vier- und des Zweibeiners zu wechseln!" Wieder beugt er sich zu mir runter, doch dieses mal setzt er sich genau vor mich. Nun kann ich ihm direkt in die wunderschönen Augen, die die Farbe eines Peridot besitzen, blicken. (Wer nicht weiß was ein Peridot ist, Google kennt die Lösung des Rätsels ;D) "Ich bin Bela. Und du musst Rachel sein?!?" Lächelnd hebt er meine Pfote und schüttelt sie zum Gruß. Zum Glück kann man nicht sehen, dass mir ganz warm wird und ich rot anlaufe! Er steht wieder auf und kramt ein Fläschen mit einer - für mich unbekannten - Flüssigkeit hervor. Als er zu mir geht, dreht er sich noch einmal um und packt sich eine Decke, wirft sie mir um die Schultern und setzt sich ein weiteres Mal vor mich. "Das könnte jetzt etwas bitzeln!". Er verwendet einen Klammergriff und öffnet so mein Maul (also echt, das hätte ich jetzt sogar noch allein geschafft), dann schüttet er mir die Brühe auf die Zunge und hält meine Schnauze fest zu. Ich versuche mich zu wehren, doch ehe ich mich versehe, bin ich weggetreten. Na toll. Alleine mit nem Fremden in dessen Wohnwagen! Wenigstens bin ich ein Wolf oder? Als ich wieder aufwache schaue ich auf die Uhr. Nachmittag. Ich muss für ein paar Stunden weg gewesen sein. Als ich versuche aufzustehen, bemerke ich dass mein Fell wieder verschwunden ist und ich packe hektisch die Decke, um meinen Körper vor Blicken zu schützen. Welche Blicke? Bela ist weg! Neben mir liegen ein paar Klamotten und ich entscheide mich einfach mal ein T-Shirt mit dem Aufdruck einer Band, ein paar Boxershorts und ne Jogginghose anzuziehen. Alle mal besser als nackt durch die Wildnis zu rennen! Langsam und noch etwas schlaftrunken öffne ich die Tür und blicke hinaus. Jenny, Alice, Cloe, Taylor und Sam. Meine Freunde liegen ebenfalls splitterfasernack auf dem Boden, bedeckt von ein paar Decken und neben ihnen liegt je ein weiterer Stapel mit Wäsche. Jenny ist die erste die zu sich kommt. Sie schaut mich an und kuschelt sich in die Decke. "Wo, wo sind wir und warum bin ich nackt?" Fragen über Fragen. "Geh in den Wohnwagen und zieh dich um!" die bekannte Stimme nähert sich wieder. Bela! Freudig wie ein junger Hund sehe ich ihn an. (Memo an mich selbst: Ich sollte meine Gefühle und Gedanken in den Griff bekommen!) Dann werden auch die anderen wach. Taylor kreischt los. "WER HAT MICH AUSGEZOGEN?". Schlagartig muss ich anfangen zu lachen und Bela hebt eine Augenbraue und stellt mit einem leicht ironischen Unterton in der Stimme fest: "Ich! Weißt du's nicht mehr? Wir hatten ne heiße Nacht und haben uns in der Wildnis vergnügt!..." 


Montag, 22. April 2013

Das Treffen

Der heutige Teil wird etwas kürzer, weil ich im Moment etwas Stress habe, morgen oder am Mittwoch werden aber längere Teile folgen ;) 

Die Sonne brennt gnadenlos auf unser dickes Fell als wir querfeldein über eine große Wiese laufen. Ich schaue zum Himmel, keine einzige Wolke zeigt sich. Ich komme mir vor wie nach einem 3-Tages-Tripp durch die Sahara, ohne Wasser und Futter. Als wir endlich am Rande eines Dorfes ankommen, sind wir völlig dehydriert und ausgezuzelt (<- Das musste jetzt sein ;D Für die, die nicht wissen was ausgezuzelt bedeutet: ausgelaugt). Bevor ich zusammenbreche lege ich mich lieber in den Schatten und schaue mir die ganze Situation erstmal von weitem an. Irgendwo hier muss also mein "Opfer" leben! Als eine Tür in der Nähe unseres Rastplatzes auf geht, zucke ich zusammen und beobachte einen jungen Mann, augenscheinlich um die 25, der direkt auf dem Weg zu einem modernen Wohnwagen ist. Er klopft an der Metalltür und ein weiterer junger Kerl öffnet. SCHWARZES HAAR und GRÜNE AUGEN! DAS IST ER! Mein Atem setzt für einen kurzen Moment aus und mein Herz hört auf zu schlagen, so irritiert bin ich bei seinem Anblick. Ich wusste nie was man mit Seelenverwandschaft meint und ich kenne ein ähnliches Gefühl bisher nur bei Alice, meiner besten Freundin, aber nun kann ich mir ansatzweiße denken, was Verbundenheit bedeutet. Obwohl ich noch kein einziges Wort mit ihm gewechselt habe - wie soll das auch als Wolf gehen? - komme ich mir vor als würde ich diesen Typen schon mein Leben lang kennen. Überwältigt von der Situation warte ich bis sein Besucher um die nächste Ecke verschwunden ist und stürze aus meinem Versteck, komme vor ihm ruckartig zum stehen und blicke ihm direkt in die Augen. Ich könnte mir in diesem Moment in den Allerwertesten beißen weil ich nicht warten konnte, bis es dunkel ist! 


Sonntag, 21. April 2013

Die Jagd


I have walked all alone 
On these streets I call home 
Streets of hope, streets of fear 
Through the sidewalk cracks time disappears...

Wir kommen nur langsam voran. Der Sturm ist dermaßen stark, dass wir alle hundert Meter eine Pause einlegen müssen. Ich konnte mir nie vorstellen, wie es ist einfach vom Wind weggepustet zu werden, wie ein Streichholz - nun weiß ich es. Taylor ist die Erste, die die Höhle entdeckt. Ein Fleckchen Erde, an dem der Hurricane noch nicht seine Spuren hinterlassen haben schien. Wir versuchen die letzten Meter zu rennen, doch wir sind erschöpft und frieren.  Zum Glück ist die Höhle tief genug, um vor dem eisigen Wind geschützt zu sein! Wir kuscheln uns aneinander, wie die Welpen, als wir sie fanden. Die anderen sind schon lange eingeschlafen als ich noch aufgewühlt da liege und in die Ferne starre. Ich will nicht einschlafen, viel zu groß ist die Angst vor dem Traum, der mich seit langem verfolgt. Doch irgendwann schließe selbst ich die wilden Wolfsaugen und schlafe ein. 


...Dunkelheit. Kälte. Wolf. 
Fleisch. Blut. Angst...
...Gefahr. Hilfe. Höhle.
Grüne Augen. Schwarzes Haar...

Am nächsten Morgen wache ich auf, als die Sonne auf mich scheint und mein schwarzes Fell angenehm wärmt. Auf einem Baum über der Höhle singt eine Lerche. Ich hebe meinen Kopf und bemerke dass die anderen noch schlafen. Langsam stehe ich auf und laufe raus. Meine Körper verlangt sich zu strecken. Als ich lange gähne, wittere ich eine Spur. Ohne es zu wollen muss ich ihr folgen. Mit langen, geschmeidigen Bewegungen laufe ich durch den Wald bis ich auf eine Gruppe Feldhasen treffe. Ich ducke mich und beobachte sie für eine Weile. Dann setze ich einen Fuß vor den anderen und mir gelingt es mich ihnen bis auf ein paar Meter zu nähern. Wie vom Blitz getroffen schnelle ich aus meinem Versteck hoch und packe mein Opfer im Genick. Mit einem lauten knacksen ist es gebrochen. Der Hase baumelt blutend in meinem Maul. Stolz aber auch gleichzeitig angewiedert kehre ich zur Höhle zurück. Die andern warten bereits und sehen mich geschockt an, als ich mit meiner Beute aufkreuze. Als ich ihre Blicke bemerke bleibe ich stehen und lege den Kopf schief. Ich lasse den Hasen fallen und starre zurück. "Was denn? Ich bin ein Wolf und Wölfe können keine Süßigkeiten und Salat fressen!" Meine Freunde schauen sich an und nicken nur stumm. Dass Sam's Magen knurrt, höre ich bis hierher. Ohne zu blinzeln packt er mein Opfer und verzieht sich in eine Ecke. Wütent knurre ich ihn an. "HEY! Der ist mir! Ich hab ihn gefangen! Such dir deinen eigenen!" Ich stürze mich auf ihn und stehle ihm den Hasen, der ohnehin mir gehört. Nun mischen sich die anderen auch ein und Cloe ist die erste die einsieht, dass ein 7 kg schwerer Hase, wohl nicht für 6 ausgewachsene Wölfe reicht. "Wir müssen jagen gehen!" stellt sieht mit wenig Begeisterung fest...

Nun liegen wir hier. 20 Meter von einigen jungen Hirschen entfernt. Natürlich gegen den Wind, immerhin wollen wir nicht riskieren entdeckt zu werden. Ich gebe den anderen ein paar Zeichen und sprinte auf ein Beutetier zu. Mit meinen langen Hinterbeinen stoße ich mich vom Boden ab und werfe es zu Boden. Ohne die Hilfe der anderen wäre es mir wohl nicht gelungen ihn zu packen. Ich beiße dem Unschuldigen die Kehle durch und mein Maul und meine Schnauze verfärben sich rot. Der Geruch des warmen, frischen Blutes macht mich fast wahnsinnig. So müssen sich Haie im Fressrausch fühlen! Ich reiße dem Tier einige Stücke Fleisch aus der Flanke und muss mich anschließend übergeben. Weniger vom Geschmack sondern von dem Gefühl nun ein Wolf zu sein. Ich hoffe dass wenigstens ein bisschen von meiner Nahrung noch in meinem Magen ist und warte auf meine Freunde, die sich immernoch genüsslich auf unsere Beute stürzen. Da ich keine Lust habe nur dumm dazustehen, laufe ich zu einem naheliegenden Bach, den ich bei meiner Hasenjagd entdeckt habe. Ich mustere meine Ohren, meine Schnauze, mein Maul und zu guter letzt meine Augen. Mittlerweile haben wir Mittag und die Sonne brennt unerträglich auf mein rabenschwarzes Fell. Ohne zu Zögern stürze ich mich ins kühle Nass. Wolf sein ist doch gar nicht mal sooo schlecht! Lachend traben Sam und die Andern zu mir. "Sieht ja aus als hättest du Spaß!..." bemerkt Alice schmunzelnd  "... Und so ein Bad würde mir jetzt auch nicht schaden!" Nun springt auch sie ins Wasser und drückt mich zu Boden. Ein Fisch schwimmt genau vor meiner Schnauze vorbei. Ich schnappe nach ihm, vermutlich wegen meines Spieltriebs. Eine halbe Stunde später laufen wir 6 weiter um nach der Lösung unseres "Problems" zu suchen...






Der Regen

Schon 120 Leser! Let's fetz sagte der Frosch und sprang in den Mixer ;) 
Fangen wir mal mit dem Spruch zum Sonntag an: 

Wenn ein Mensch einen Wolf tötet, 
spricht man von Sport. 
Wenn ein Wolf einen Menschen tötet, 
spricht man von Grausamkeit. 



...Alice sieht kurz aus dem Fenster. "Heute ist Vollmond. Ob das was mit Sam's Verwandlung zu tun hat? Aber warum haben wir uns dann nicht verwandelt?". Fragend sieht sie mich an. Ich schüttle unwissend den Kopf und drehe mich suchend nach Ocean und Lexy um. Sie sind verschwunden. Alice folgt meinem Blick, hebt eine Augenbraue und kratzt sich am Hinterkopf, als sie die beiden jungen Wölfe nirgends entdecken kann. Plötzlich zuckt sie zusammen und hält sich den Kopf. "Was ist los?" Ich beuge mich zu ihr und packe ihren Arm. Angst macht sich in meinem Körper breit und wenn jetzt etwas passieren sollte, wüsste ich nicht was zu tun ist... Dann sackt sie zusammen und bleibt regungslos am Boden liegen. Eine Mischung aus Schweiß und Tränen läuft über ihr Gesicht. Sie jammert doch ich kann sie nicht verstehen. Ich murmele vor mich hin: "Nein. Alice! Nicht du auch noch!" Hilfe suchend schaue ich mich um und bemerke den weißen Wolf, der uns - einige Meter vor dem Fenster sitztend - beobachtet. Sam windet den Kopf interessiert hin und her. Mir ist nicht aufgefallen dass sich Alice' Haut verändert hat. Ich trete verängstigt einige Schritte zurück und sehe mit an, wie sich meine beste Freundin in eine Kreatur verwandelt. Sie bekommt eine Schnauze und ihre Ohren wandeln sich zu einer seltsamen Form. Sie windet sich hin und her und ihre menschlichen Schreie werden zu dem leisen Jaulen eines Wolfes. Nach nicht mal 5 Minuten ist die Verwandlung abgeschlossen und die vollkommen entwickelte Urform unseres jetzigen Hundes steht vor mir. 

Ihr Blick weicht nicht von mir, denn sie scheint zu wissen wer ich bin. Langsam dreht sie sich um und sieht in den Spiegel. Ihre Augen leuchten in einem wunderschönen hellgelben Ton. Dann sieht sie mich wieder an. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass wir schon seit Ewigkeiten beste Freunde sind oder ich mir alles nur einbilde, aber sie sagt mir dass ich das Fenster öffnen und mit raus kommen soll. Ich tue was sie von mir verlangt und steige wie auf Drogen durch das Fenster. Meine Sicht ist vernebelt, sodass ich an einem Dornenbusch hängen bleibe und der Länge nach auf dem Boden aufschlage. Der Schmerz lässt mich zusammenzucken doch ich kann mir eine fluchen verkneifen. Ich ziehe die Beine zu mir und begutachte den Schnitt, der direkt durch die Haut meines Schienbeins geht. Ohne zu wissen was geschieht, spüre ich einen stechenden Schmerz in der Wunde, die in sekundenschnelle verheilt. Sam und Alice stehen vor mir und schauen mich nur mit ihren großen, strahlenden Augen an. Als ich versuche aufzustehen wird mir schwarz vor Augen und ich falle wieder um. Meine Gliedmaßen schmerzen. Es fühlt sich an als würde mir jemand tausende von Nadeln durch's Fleisch stechen. Obwohl ich weggetreten bin, höre ich meine Schreie. Als ich wieder aufwache versuche ich ein weiteres mal aufzustehen, dieses mal falle ich zwar nicht mehr hin, aber ich komme gar nicht dazu mich aufzurichten. Wolf. Ich. Sam. Alice. Panisch sehe ich die beiden an. Alice legt ihren Kopf schief. "Nun bist du auch einer." Sie bewegt nicht ihre Lippen, trotzdem kann ich sie klar und deutlich verstehen. "Ich glaube ich weiß wer der Typ aus meinem Traum ist!" stelle ich überrascht fest. Als ich wieder aufgewacht bin, wusste ich es einfach. 
Sam setzt sich hin und lässt mich nicht aus den Augen. "Wir müssen ihn finden, mein Instinkt sagt mir, dass er uns hilft und wieder zu verwandeln!" Ich entgegne ihm: "Ja. Aber zuerst müssen wir Cloe, Jenny und Taylor finden!" Kaum ausgesprochen (kann man das überhaupt noch sprechen nennen?) tauchen drei weitere Wesen am Horizont auf. Ich beobachte sie und bemerke relativ schnell, dass sie zu uns laufen. Anfänglich noch etwas skeptisch, stellen wir fest dass es sich bei den Wölfen um unsere Freunde handeln! Als sie bei uns ankommen, fällt mir auf dass jeder von uns aussieht, wie der Welpe den wir mitgenommen haben. Der einzige Unterschied ist, dass wir größer und kräftiger sind und unsere Augen leuchten. Jenny ist begeistert von ihrem neuen Erscheinungsbild: "Man Leute! Wir sind wilde Tiere! Ist ja mal voll krass!" Wie eine aufgescheuchte Ente rennt sie durch die Landschaft. Ich schmunzle und trabe in die Richtung, in die mich mein Instinkt treibt. Nach Norden. Dahin, wo dieser Kerl aus meinem Traum lebt. Ich klammere mich an die Hoffnung, dass er weiß wie wir wieder normal werden... 


Der Regen prasselt auf mein Fell, das mittlerweile durchgeweicht ist und an meiner Haut klebt. Jenny läuft neben mir her. Auch wenn Wölfe nicht lächeln können, merke ich trotzdem dass sie aufgeregt und glücklich zugleich ist. Wie ein Kind an seinem ersten Schultag. Ich muss meine Augen schließen, denn der Regen ist so stark, dass ich langsam nichts mehr sehen kann. Der Wind peitscht mir ins Gesicht. Er scheint gefallen daran zu finden, 6 verlorene Gestalten durch die Prärie laufen zu sehen... 


Samstag, 20. April 2013

Das Gedicht

Ich hab beschlossen einfach mal heute noch einen Teil zu veröffentlichen! Dazu inspiriert hat mich ein Gedicht meiner besten Freundin, welches ich auch noch in meinen Post einbinden werde ;) 

...Ich sinke zu Boden und stütze meinen Kopf in die Handflächen. Eine Träne bahnt sich ihren Weg über mein junges Gesicht, doch an meinen Lippen bleibt sie hängen. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit raffe ich mich auf und nehme Ocean auf den Arm. Sie sieht mich an und leckt mir die salzige Flüssigkeit von den Wangen. Irgendwie schafft sie es immer, mich zum lachen oder mindestens zum schmunzeln zu bringen! Ich setze meinen Weg zum Haus fort und versuche unentdeckt auf mein Zimmer zu kommen. Der Dielenboden knirscht gewaltig unter meinen Füßen (oder bilde ich mir das alles nur ein?). Ich habe Angst, dass jede Sekunde mein Vater in der Tür steht und mich zusammenpfeift warum ich jetzt erst nach Hause komme. Doch ich habe wiedermal Glück und lasse mich erschöpft in mein weiches Bett fallen. Als ich die Augen schließe und fast eingeschlafen bin, fängt mein Handy an ein undefinierbares Lied zu spielen. Mürrisch bewege ich mich die SMS zu lesen. Sie ist von Alice. 'Ich hab dir was geschickt! Lies dir das mal durch! LG'. Ich stöhnte genervt auf. Muss das jetzt sein? Es ist mitten in der Nacht und ich soll meinen Laptop nochmal anschalten! Schließlich stehe ich doch auf und schaue meine Nachrichten durch. In einer Nachricht auf einem social Network wird für mich angezeigt: 1 Nachricht von Alice. Ich öffne sie und lese: 


Regentropfen küssen mein Gesicht

Doch ich merke es nicht, 
denn ich denke nur an Dich, 
an Dich, an Dich

Der Regen wird stärker, 
das Kleid weicht durch.
Es klebt an mir. 
Widerlich! 

Doch ich merke es nicht, 
denn ich denke nur an Dich, 
an Dich, an Dich! 

Der Regen schmeckt salzig -
oder sind es doch nur meine Tränen
Es wird dunkel und kalt
Verständlich. 

Doch ich merke es nicht, 
denn ich denke nur an Dich, 
an Dich, an Dich! 

An Dich, an Dich, an Dich denke ich.
Ob Tag, ob Nacht
Bei Regen, Schnee und Sonnenschein.
Wird es jemals zu Ende sein? 

- by Elisa Schneider


Gedankenversunken schließe ich die Nachricht wieder. Sie hat mich nachdenklich gemacht. Ich schaue zum Bett. Ocean ist eingeschlafen und atmet ruhig und tief. Langsam stehe ich auf, schalte meinen Laptop aus und gehe zu ihr. Bevor ich mich ins Bett lege, begutachte ich die Narbe an meinem Hals. Sie schmerzt nicht mehr. Hat sie das jemals getan? Ich weiß es nicht mehr. Mein Leben hat sich verändert. Obwohl ich den kleinen Wolf erst seit zwei Tagen kenne, scheint es mir ein Leben lang zu sein. 



Ich weiß nicht mehr wer ich bin. Was ich hier soll. Warum ich überhaupt hier bleibe. Bei einer Familie, die mich nicht beachtet. Der ich egal bin. Was ist nur mit mir passiert? Ich nehme meine Tasche und stecke die kleine Wölfin hinein. Sie schläft wie ein Stein. Dann renne ich raus auf die Straße, in den Wald, zu Alice. Hauptsache irgendwo hin, nur nicht mehr zurück! 

Glücklicherweiße liegt ihr Zimmer im Erdgeschoss und es ist nicht schwer sie zu wecken. Genervt öffnet sie ihr Fenster. "Warum stehst du mitten in der Nacht vor meinem Fenster?"  
"Ich kann nicht zu Hause bleiben. Ich weiß nichtmal wo ich überhaupt zuhause bin! Bitte hilf mir!" Ich versuche mich zu beherrschen, doch in meiner Stimme hört man die Verzweiflung. Sie nickt und ich steige durch das Fenster in ihr Zimmer. Tagsüber sind ihre Wände blau... ihre Möbel weiß... Doch in der Nacht sieht alles gleich aus. Jeder Mensch ist gleich. Grau. Ohne Farbe. Gleich. Ich setzte mich auf den Boden und Lexy läuft mir mit erhobener Rute entgegen. Ich tätschle ihren kleinen Kopf. Alice setzt sich mir gegenüber und fragt besorgt: "Was ist los?" Ich erzähle ihr die ganze Geschichte. Das mit Sam und meinen Eltern. Dass ich seit Wochen nicht mehr schlafen kann weil mich ein Traum verfolgt... 

...Ich stehe in einem dunklen Raum. Nirgends ist ein Ausweg. Keine Fenster. Keine Tür. Ein Mann erscheint wie aus dem Nichts und stellt sich vor mich. Seine Augen leuchten grün. Sie sind das einzige, was ich in der Dunkelheit erkennen kann. Plötzlich ist er weg und etwas fällt mich an. Ich wache auf... 

Alice lauscht meinem Traum wie ein kleines Kind, dem man eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Als ich fertig bin, richtet sie sich wieder auf. "Du kannst die nächsten Tage bei mir bleiben! Um deine Eltern kümmern wir uns, wir sagen einfach dass wir schon seit einem halben Jahr ausgemacht haben, dass du in den Ferien bei mir übernachtest!" Dankbar nicke ich und ein Lächeln huscht über meine Lippen. "Mich würde nur interessieren, wer der Typ in deinem Traum ist!" merkt sie an. Mich auch...ja...mich auch...